Bővebb ismertető
Wieder ist ein Jahr vergangen. Wer es bedenkt, dem wird un-heimlich zumute. Wir scheinen arm zu sein: die Vergangenheit ist vorbei, und die Zukunft ist nodi nicht. Besteht alsó unser Leben darin, dafi es der unheimlich kleine Punkt ist, wo das noch nicht Seiende in das nicht mehr Seiende umschlágt? Durch unsere Phantasie, die das Weggegangene noch bewahrt und das Nochnichtgekommene schon vorwegnimmt, sdieinen wir in unse-rer Einbildung diesen Punkt gewissermafien breiter zu machen und nennen ihn unser Leben, die Gegenwart, die wir angeblich geniefíen sollen, weil die Vergangenheit nicht mehr und die Zukunft noch nicht unser ist.
Darf man zu dieser unserer Zeitlichkeit auch einmal von der christlichen Dogmatik her einen Trost zu sagen versuchen? Es ist mit diesem Versuch hier nicht beabsichtigt, die ersten und letz-ten Wahrheiten des christlichen Glaubens zu beschwören und zu verkündigen: dafí wir der Ewigkeit Gottes entgegengehen, dafi wir das „ewige Leben" bekennen, dafi wir die Gültigkeit der geistigen Person und die Auferstehung des Fleisches als den Trost der Ewigkeit unseres Lebens im Glauben festhalten. Nur eine kleine Sonderfrage aus dieser erhabenen Grundwahrheit des christlichen Bekenntnisses soll hier Thema sein, sogar eine, iiber die sich die Theologen gar nicht einig sind, eine, die nur in einer gröfieren Dogmatik vorkommt und auch da sehr schnell ab-gehandelt ist. Es kann aber nicht schaden, diese umstrittene Sonderfrage einmal zu bedenken: ohne einen Blick auf sie ist die Lehre vom ewigen Leben und der Unsterblichkeit der Seele nur zu sehr in Gefahr, aus diesem „jenseitigen" Leben unausdrück-lich, aber folgenreich eine Fortsetzung des bisherigen Lebens zu machen, worin sich alles noch einmal ereignen kann, was auf dieser Erde geschah; wofür im Tode nur frische Pferde vor-gespannt werden, damit es „weitergehe"; und doch geht es, christlich gesehen, gar nicht weiter, sondern es bricht die Ewigkeit der einmaligen Zeit auf, wo radikal „Ernte", nicht „Aus-saat" ist, wo die Ewigkeit der Zeit oíTenbar wird, weil Ewigkeit nicht ein unabsehbarer Raum ist, der die Zeit von hier fort-