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VORWORT
Die christliche Theologie hat bis heute ein gebrochenes Verhältnis zu Schopenhauer. Albert Schweitzer nennt ihn „feige" und sein Denken eine „verwerfliche Weltverneinung". In der Tat haben sowohl der radikale Pessimismus Schopenhauers als auch seine scharfe Absage an den christlichen Glauben dazu geführt, daß eine scheinbar unüberbrückbare Kluft zwischen der Position dieses Philosophen und dem Christentum angenommen wurde.
Eine tiefere Auseinandersetzung mit Schopenhauers Religionsphilosophie läßt aber erkennen, daß hinter Kritik und Ablehnung des Christentums eine verborgene Sehnsucht nach einer Metaphysik und nach einer religiösen Dimension lebendig ist. Was bedeutet es etwa, wenn Schopenhauer, der aus der Erfahrung der Bestialität dieser Welt zum Solipsisten wird, uns auffordert, das Leiden auszuhalten, sich der Gnadenlosigkeit der Welt hinzugeben, ohne sich auf billige Weise vertrösten zu lassen, um so durch Mitleid sich und die Welt zu erlösen? Ist vielleicht die Haltung der Resignation nur Ausdruck dafür, daß dieser Denker, sei es aus Stolz oder aus Hochmut, im Horizont einer radikal zu Ende gedachten Aufklärung, nicht ein Heil aus Gnade zu denken und anzunehmen vermochte?
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Schopenhauers Religionsphilosophie enthält eine kritische Anfrage an das Christentum, wie ernst es diese Welt nimmt, wie intensiv es sich dem Leiden und dem Bösen in der Welt stellt, ohne es im Glaubensakt aufzuheben.
Aus Anlaß des 200. Geburtstages von Arthur Schopenhauer fand in der Katholischen Akademie Hamburg ein
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