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VORWORT
Was wäre ein Frühlingstag im Walde ohne den schmetternden Schlag des Buchfinken, ohne die vertrauten Pfeiftöne der Singdrossel oder die melodischen Rufe von Kuckuck und Pirol? Erscheint uns die Stille der sonnendurchglühten Heidelandschaft nicht noch vertieft durch die sehnsuchtsvollen Strophen von Goldammer und Fitis, und mutet uns der blaue Frühlingshimmel nicht noch höher und weiter an, wenn aus ihm das Lied der Lerche erklingt?
Es sind die Gesänge der Vögel, die uns in den Gärten und Parks, ja selbst in den verkehrsreichen Straßen der Städte das Ende des Winters verkünden. Die abwechslungsreichen Flötenstrophen der Amsel, das Geschwätz dar Stare und die trillernden Laute des Grünfinken lassen auch den immer eiligen Großstädter für einen Augenblick aufhorchen und den Frühlingskündern lauschen.
Doch allzulange währt die hohe Zeit des Vogelsanges leider nicht. Schon in den Sommermonaten, wenn noch die Sonnenglut auf Wald und Flur lastet und wenn auf den Feldern das Korn zu reifen beginnt, ist der fröhliche Gesang unserer gefiederten Freunde immer seltener zu hören. Liegen dann die Spätsommernebel über den feuchten Wiesen und sind die schwingenden Ketten der ziehenden Kraniche, Störche und Gänse am Himmel zu sehen, wandern auch die meisten unserer Singvögel mit ihrer erwachsenen Nachkommenschaft aus den heimatlichen Brutrevieren südwärts, und zurück bleibt unsere Sehnsucht nach dem Klang ihrer lieblichen Stimmen.
Als ich vor etwa sechs Jahren begann, die Gesänge der Vögel mit einem Mikrophon einzufangen, um sie auf Schallplatten zu übertragen, war der Versuch schon mehrmals von anderen Vogelstimmenjägern unternommen worden. Meine Kenntnisse in der Yogelwelt verdanke ich nicht zuletzt den Schallplatten, die bereits vor 25 Jahren von Dr. Ludwig Koch und Dr. Oskar Heinroth herausgegeben wurden und die nach dem damaligen Stande der Technik ausgezeichnet waren. Aber erst die Entwicklung der magnetischen Tonaufzeichnung und die Verbesserung der Schallplatten während der letzten Jahre haben es ermöglicht, die für die Vogelstimmen so wichtigen hohen Töne ausreichend laut und verzerrungsfrei wiederzugeben.
Wenn auch die verbesserten und handlicheren Aufnahmeapparaturen gegen früher merkliche Erleichterungen und bessere Ergebnisse brachten, so sind die Schwierigkeiten, die sich der Jagd auf Vogelstimmen im unwegsamen Gelände, in Sand und Schlamm entgegenstellen, und der Kampf mit Wind und Wetter gleichgeblieben. Besonders