Bővebb ismertető
Vorwort
D.
'ieses Buch bedarf zu seiner Rechtfertigung einiger erklärender Worte, um nicht ganz so streng beurteilt zu werden, wie es das zweifellos verdient.
Rechtfertigen muß es sich vor denen, die eine Spezialkenntnis der verschiedenen Schulen und einzelnen Philosophen besitzen. Mancher andere wird über jeden Philosophen, mit dem ich mich beschäftige, Leibniz vielleicht ausgenommen, mehr wissen als ich. Wenn jedoch Bücher, die ein großes Gebiet umfassen, geschrieben werden sollen, läßt es sich, da unser Leben begrenzt ist, nicht vermeiden, daß die Autoren solcher Bücher jedem einzelnen Abschnitt weniger Zeit widmen können als jemand, der sich auf einen einzigen Schriftsteller oder eine kurze Epoche beschränkt. Gewisse Leute werden in unerbittlicher wissenschaftlicher Strenge daraus den Schluß ziehen, daß daher Bücher mit weitgezogenem Rahmen überhaupt nicht geschrieben werden oder anderenfalls aus wissenschaftlichen Einzelbeiträgen vieler Autoren bestehen sollten. Der Zusammenarbeit vieler Autoren haftet jedoch ein Mangel an. Geht man von irgendeiner einheitlichen geschichtlichen Entwicklung, einem inneren Zusammenhang zwischen dem Vorangegangenen und dem Nachfolgenden aus, so läßt sich das unbedingt nur darstellen, wenn sich die Synthese der früheren und späteren Perioden in einem einzigen Kopf vollzieht. Wer Rousseau studiert, wird möglicherweise nicht leicht seiner Beziehung zu dem spartanischen Staat Piatos und Plutarchs gerecht werden können, der Geschichtsschreiber Spartas kann nicht schon vorahnend an Hobbes und Fichte und Lenin gedacht haben. Derartige Beziehungen aufzuzeigen gehört zu den Absichten dieses Buches, ein Zweck, den nur ein großer Überblick erfüllen kann.
Viele Bücher sind schon über die Geschichte der Philosophie geschrieben worden, keines jedoch, soweit mir bekannt, mit dem Ziel, das ich mir gesetzt habe. Philosophen sind sowohl Ergebnisse als auch Ursachen: Ergebnisse ihrer sozialen Umstände, der Politik und der Institutionen ihrer Zeit; Ursachen (wenn sie Glück haben) der Überzeugungen, die der Politik und den Institutionen späterer Zeitalter die Form geben. In den meisten philosophischen Geschichtswerken steht jeder Philosoph gleichsam im luftleeren Raum, seine Ansichten werden zusammenhanglos dargestellt, bestenfalls wird eine Beziehung zu früheren Philosophen zugestanden. Ich hingegen habe versucht, jeden Philosophen, soweit mit der Wahrheit vereinbar, als Ergebnis seines Milieus, seiner Zeit- und Lebensumstände zu zeigen, als Menschen, in