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PERSISCHE MINIATUREN
"U^ür jeJen künstlerisdi interessierten Menschen und ?umal für den^ dem östlidie Dinge am Herfen Uesen, ist die Buchmalerei Persiens von besonderem, SehetmntsvoIIem Reis und Reichtum: ein Etwas sauberhafter Köstlichkeit. Das rührt nicht etwa daher, dass wir bei dem Mangel an Zeugnissen grosser Malerei und Plastik in der Kunst des Islam vor allem auf die persische Kleinmalerei angewiesen sind, um Herkunft, Eigenart und Entwicklung islamischen Bildnertums kennenzulernen, auch nicht daher, dass darüber hinaus die Miniatur Persiens als bildgewordenes, geschichtlidies Do= kument neben der Dichtkunst die reichste Kunde gibt von jedem Gebiete islamischer, geistiger wie materieller Kultur. Auch die grösste historische Bedeutung dieser Kleinkunst kann solchen Zauber und Rei? nicht bewirken,das kann einsig und allein ihre hohe künstlerische Besonderheit: dieVieU falt bildnerischer Elemente und Einflüsse, die sie in sich aufgenommen und su eigenartig Neuem verarbeitet hat, die erstaunliche Freiheit und Kraft der künstlerischenVorstellung, die gedrängte Fülle der Darstellung, die aus dem Filigran minusiös durchgeführter Einselheiten ein rhythmisch ineinander« wirkendes, lebendiges Ganses su schaffen versteht und nicht suletst die erfindungsreiche Uner= schöpflichkeit ihrer Stoffe und Figuren. Aber noch etwas kommt su dem allem hinsu: die naive Ursprünglichkeit der Bildmittel, eine gewisse künstlerische Primitivität, die bei aller Verfeinerung und Komplisierung im Einseinen und Gesamten durch die Jahrhunderte sich beharrlich erhält. Sie ist es auch, die Persiens Kleinmalerei vor der Gefahr bewahrt hat, die für alle Kunst, wann und wo sie immer geschaffen wurde, die eigentlich sentrale geworden ist: die Gefahr des Naturalismus. Schon die von Persien ausgehende indische und türkische Miniaturmalerei setgt früh dessen stiU sersetsende Spuren: die Zunahme einer nachtastend einselhaftenWiedergabe der Natur auf Kosten der freien künstlerischenVorstellung eines bildmässig Gänsen. Jene Primitivität besieht sich gleicherweise auf die Bildelemente an sich wie auf die Art ihrer Darstellung, also auf das Was und das Wie der künstlerischen Sprache. Pflansenwerk, Felsmassiv, Berg« und Baumpartien mit aller lebendigen Kreatur darin seigen im Einseinen und in ihrer Gruppierung gewisse Grundtypen, vorgeprägte Formen, die immer wieder verwandt werden. Es sind gleichsam Signaturen, Buchstaben einer überlieferten Schrift,