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Michelangelo - Die Sixtinische Decke [antikvár]

Johannes Jahn

 
Als gewaltigste Künstlerpersönlichkeit der italienischen Renaissance galt zu seinerZeitund gilt noch heute Michelangelo. Dieses Urteil beruht sowohl auf der absolutenHöhe seines Kiinstlertums wie auch auf der Vielseitigkeit seiner Begabung, die ihnauf drei Gebieten, der Plastik, der Malerei und der Architektur, Werke von einmaligerschöpferischer Originalität hervorbringen ließ.Am 6. März 1475 in Caprese als zweiter Sohn des dortigen Bürgermeisters Lodovico diLionardo Simoni aus der Familie der Buonarroti geboren, verbrachte er seine...
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Als gewaltigste Künstlerpersönlichkeit der italienischen Renaissance galt zu seinerZeitund gilt noch heute Michelangelo. Dieses Urteil beruht sowohl auf der absolutenHöhe seines Kiinstlertums wie auch auf der Vielseitigkeit seiner Begabung, die ihnauf drei Gebieten, der Plastik, der Malerei und der Architektur, Werke von einmaligerschöpferischer Originalität hervorbringen ließ.Am 6. März 1475 in Caprese als zweiter Sohn des dortigen Bürgermeisters Lodovico diLionardo Simoni aus der Familie der Buonarroti geboren, verbrachte er seine Jugend inFlorenz, der Stadt, in der damals die Kultur der italienischen Frührenaissance ihre glän-zendste Ausprägung erfuhr. Das war nicht zuletzt der Gunst der wirtschaftlichen Verhältnissezu verdanken, die es gerade dieser Stadt und ihren Körperschaften ermöglichten, den Künst-lern große Aufgaben zu stellen, was sich noch steigerte, als Cosimo I. aus dem Geschlecht derbürgerlichen Kaufmanns- und Bankiersfamilie der Medici die tatsächliche Herrschaft im ansich demokratischen Florenz übernahm. Unter seiner Regierung (1434-1464) erreichte dieStadt den Höhepunkt ihres wirtschaftlichen Potentials, und Cosimo selbst benutzte einenbedeutenden Teil seines riesigen Vermögens dazu, Kunst und Wissenschaft zu fördern. SeinErbe trat sein Enkel Lorenzo an (1469-1492), nach Niederschlagung des vom Adel organi-sierten Pazzi-Aufstandes (1478) unumschränkter Herr der Stadt, und entfaltete eine Hofhal-tung von solchem Glanz, daß er unter dem Namen II Magnifico" (Der Prächtige") in dieGeschichte eingegangen ist.Diese Herrschaft eines Einzelnen wurde allmählich als Tyrannis empfunden, und es be-durfte nur eines Anlasses, um die Gegenkräfte der Bürgerschaft auf den Plan zu rufen. Dengab der fanatische Dominikanermönch Savonarola. Mit Donnerstimme predigte er gegenVerweltlichung durch Kunst, Wissenschaft und süßes Leben und richtete dabei seine An-griffe auch gegen den herrschenden Medici und seinen Kreis. Die Folge war die Austreibungder Medici aus Florenz, die freilich der 1492 gestorbene Magnifico nicht mehr erlebte. Abernach Meinung der Kurie hatte Savonarola, allzu eigenmächtig, den Bogen überspannt. Manmachte ihm den Prozeß: er wurde gehenkt, sein Leichnam öffentlich verbrannt.Das war der lokalgeschichtliche Hintergrund, vor dem Michelangelo seine Laufbahn alsKünstler begann.Entgegen den Absichten des Vaters, der den Sohn zum Gelehrten bestimmen wollte, tratMichelangelo 1488 in die Malerwerkstatt des Domenico Ghirlandajo ein, verließ sie jedochschon nach einem Jahr, weil Eifersucht des Meisters auf die Leistungen des Lehrlings dasVerhältnis zwischen ihnen getrübt hatte und sich eine äußerst günstige Gelegenheit für eineandere Lehrstelle bot. Der Magnifico besaß nämlich ein Casino mit Garten und einer Samm-lung antiker Statuen und sonstiger Kunstwerke, betreut von dem Bildhauer Bertoldo di Gio-vanni, unter dessen Leitung die Sammlung zugleich der Ausbildung junger Künstler dienensollte. Dort fand Michelangelo Aufnahme, und der Medici muß die hohe Begabung des erstFünfzehnjährigen bald erkannt haben, denn er ließ ihn in seinem Hause wohnen und anseiner Tafel essen, zusammen mit den eigenen Söhnen. Zwei Jahre, bis zum Tode desMagnifico, hat Michelangelo dort gewohnt, und dieses von Dichtern und Gelehrten besuchtegeistvolle Haus muß ihm manche Anregung gegeben haben. Danach zog er wieder zu seinemVater, verließ aber in Vorahnung der Vertreibung der Medici, die sich auch auf ihn un-günstig auswirken mußte, 1494 Florenz, um zunächst nach Venedig und dann nach Bolognazu gehen.Im Garten der Medici hatte sich Michelangelos Wendung zur Bildhauerkunst vollzogen.Hier erhielt er auch von einem Rivalen jenen Faustschlag, der ihm das Nasenbein brach und

Termékadatok

Cím: Michelangelo - Die Sixtinische Decke [antikvár]
Szerző: Johannes Jahn
Kiadó: VEB E. A. Seemann Verlag
Kötés: Papírmappa
Méret: 240 mm x 330 mm
Johannes Jahn művei
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