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ERSTER TEIL
Neutrale Vorhänge. Bänke. In einer Ecke ein Haufen Reisigbündel.
Die Bühne ist zuerst leer, dann treten die Darsteller in kleinen Gruppen auf. Die Kostüme sind angedeutet mittelalterlich, aber ohne besondere Formen und Farben. Man soll sie im Laufe des Spiels nicht mehr sehen. Jeanne trägt von Anfang bis Ende Männerkleidung, eine Art sportlicher Überkleider. Beim Auftreten nehmen einige ihre Helme oder sonstige Requisiten auf, die sie am Schluß der letzten Vorstellung irgendwo auf der Bühne liegenlassen hatten. Man setzt sich auf die Bänke, die vorher zwanglos in die richtige Anordnung gebracht wurden. Jeannes Mutter zieht sich in eine Ecke zurück und strickt. Sie strickt während des ganzen Stückes, bis auf die Augenblicke, wo sie
dran ist.
Als letzte treten Cauchon und Warwick auf.
Warwick (sehr jung, sehr charmant, sehr elegant, sehr rassig). Alles da? Schön. Also dann sofort den Prozeß. Je schneller sie verurteilt und verbrannt wird, desto besser ist es. Für alle.
Cauchon. Aber mein Herr, es soll doch die ganze Geschichte gespielt werden. Domremy, die Stimmen, Vau-couleurs, Chinon, die Weihe Warwick. Maskeraden! Die schöne strahlende Rüstung, die Standarte, die zarte und tapfere Kriegsjungfrau, das sind Geschichten für die Kinder. In diesem Stil wird man ihr später Statuen errichten, für die Notwendigkeiten einer neuen Politik. Es ist gar nicht ausgeschlossen, daß wir ihr selbst in London ein Denkmal aufstellen. Nein, ich scherze nicht. In einigen Jahrhunderten könnten es die Interessen der Regierung Seiner Majestät verlangen . . . aber für den Augenblick habe ich, Beauchamp Graf von Warwick, meine kleine schmutzige Hexe auf dem Strohlager im Gefängnis von Rouen liegen. Ich halte ihn fest, diesen kleinen Dick-