Bővebb ismertető
Vorwort
»Monsieur jean Gabin . . .?« »Ja - am Apparat.«
Es hätte schUmmer kommen können. Drei Worte, ganz einfach gesprochen von dieser wie ein unterirdischer Sturzbach tönenden Sdmme, die ich so gut kannte und die ich dennoch bis zu diesem AugenbUck lediglich von der Filmleinwand hatte tönen hören. Ich hatte mich auf ein mürrisches Gebrumm nach Art von »In wessen Auftrag?« gefaßt gemacht und mir gesagt: »Mach schnell mit deinem Sermon, bevor er auflegt!« Wir schreiben das Jahr 1952, ich bin sechsundzwanzig Jahre alt und rufe Jean Gabin von einem Bistro in einem Pariser Vorort aus an, von Argenteuil, wo ich wohne. Es ist sieben Uhr abends, das Telefon steht am Ende der Theke. Um mich herum Leute, die mich zur Seite schubsen, um einen Aperitif zu bestellen. Ich hätte nicht übel Lust zu schreien: »Ruhe! Halt doch mal 'ne Weile deinen Mund, ich telefoniere mit Jean Gabin!« Doch das würde mir bestimmt niemand glauben. Es fällt mir ja selbst schwer, daran zu glauben. Dennoch sage ich in den Apparat: »Ich rufe an auf Empfehlung der Brüder Prevert. . .!« Das klingt ein bißchen wie ein Scherz aus einem Film von Jean Renoir, und ich kann genau hören, wie sich Jean Gabins Stimme zu einem kleinen amüsierten Lachen aufhellt. Ich stürze mich in die entstandene Pause und bringe rasch meine Rede vor: Also, ich betreute einen Filmclub in Argenteuil und hätte einen Abend mit Ausschnitten aus den wichtigsten Filmen der Vorkriegszeit vorbereitet. Jacques und Pierre Prevert hätten mir geraten, ihn anzurufen, weil sie meinten, so etwas könnte ihn vielleicht interessieren . . .
»Ich danke Ihnen, das ist unheimlich nett von Ihnen, aber wann soll das denn stattfinden, Ihr Dings da . ?« Er ist zwar höflich, aber ich glaube nicht, daß bei diesem Gespräch mehr herausschauen wird als das Vergnügen, zumindest einmal in meinem Leben, und auch das nur am Telefon, mit Jean Gabin gesprochen zu haben. »Nächsten Dienstag . . .«, sage ich.