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Schultern, Rücken, Brustkorb, Arme, Hände - alles war groß ge-
raten an Dr. Brown. Selbst seine Nase hatte eine stattliche Größe.
Einst hatte sie ihrem Besitzer zu einem klassischen Profil verhol-
fen. Jetzt stand sie ihm ein wenig schief im Gesicht und gab ihm
ein leicht verwegenes Aussehen. Das war ein Andenken an ein
sonst siegreich verlaufenes Footballmatch.
Dr. Brown hatte dunkle Augen und dunkle Haare. Auch sein
Blick war düster. Chronisch düster. Er schaute trotz seiner Größe
aus wie ein trotziger kleiner Junge, den das Schicksal permanent
in die Ecke gestellt hatte.
Sein dunkler Schopf war ständig zerwühlt, so oft raufte er sich
mit einer Geste der Verzweiflung die Haare.
Seine Freunde nannten ihn Harry. Eigentlich hieß er Harrison. Er
war dreißig Jahre alt und hielt sich für einen Versager. Wäre er,
wie viele seiner Arztkollegen, in der Lage gewesen, Geld zu
scheffeln, hätte er sich für einen Erfolgsmenschen gehalten. Dabei
war er an sich kein oberflächlicher Mann. Er litt einfach an einer
Krankheit, die die Menschen ohne Ansehen der Person und Cha-
rakterbeschaffenheit befällt.
Browns Leidenschaft für Geld rührte daher, daß er sein Leben
lang nicht genug davon gehabt hatte. »Nicht genug« ist ein relati-
ver Begriff. Browns Begriff von »nicht genug« war durch zu enge
Berührung mit zu vielen Leuten geprägt worden, die Überfluß an
Geld hatten. Seines Vaters Freunde waren reich gewesen, und
ihre Söhne waren Harrys Freunde. Harry hatte dank eines Sti-
pendiums eine Reicheleuteschule besucht. Aber Stipendien verhel-
fen einem nicht zu flotten Sportwagen, dicken Bankkonten .und
großzügigen Monatswechseln. In dem exklusiven College, auf das
er danach übergewechselt war, hatte er mit den Söhnen der Rei-
chen die Zimmer geteilt und mit den Töchtern der Reichen geflir-
tet. In den Ferien war er nur allzugern ihren Einladungen gefolgt.
Er hatte ihre von französischen Köchen zubereiteten und von
englischen Butlern servierten Mahlzeiten genossen. Er hatte es
sich in ihren antiken Sesseln bequem gemacht, seine Füße in ih-
ren echten Teppichen vergraben und ihre ausländischen Wagen
gefahren. Er hatte die Kunstgegenstände bestaunt, in die sie ihr
Kapital investierten, er hatte ihre Vollblutpferde geritten und am
Ruder ihrer Jachten gesessen. Und hatte täglich seine Dosis Neid