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Der Brief an die Kolosser und Philemon.
Einleitung.
I. Grescliicke des Briefs. Der in unseren Handschriften an den Philipperbrief an-gereilite, in ÁBK npi; KoXaaaasí?, in K jcpó? KoXoaoaEts (s. zu 12) übersohriebene Brief weist fn der christl. Literatur später und seltener deutliche Spuren auf, als die ihm in der Sammlung unmittelbar vorangehenden. Im NT selbst zeigen Hbr, Apk, Past einige Parallelgedanken, aus denen aber ein literarischer Einfluss von Kol nicht zu schliessen ist. In H b r ist aópatoi; 112?, jtpíurÓToxo? 1 6 bei der nachweisbaren Bekanntschaft des Hbr mit Rm ohne Zweifel auf Km 120 8 29 ztu-ückzuführen, um so mehr als beide Ausdrücke mit ihrer Verwendung in Kol 1 15 nichts gemein haben. Dagegen kommt in beiden Briefen die Bedeutung der Person und des Heüswerks Christi in der Bngelwelt, sowie seine kosmologische Stellung zur Ausführung, aber die betreffenden Stellen Hbr 1 sf. und Kol 1 lef., Hbr 1 4fr. und Kol 2 10, Hbr 2 u und Kol 2 15 verrathen keinerlei literarische Beziehung, lassen also auch kein Urtheil darüber zu, ob der Vf. von Kol oder der von Hbr diese Gedankengänge zuerst eingeschlagen hat. In der Apk gehen die Bezeichnungen 6 irpturo^ v.ai 0 ^Qy^axoq, 7] xal tö tsXo? 117 22 is über Kol 115 is, wenn die dazu gegebene aus dem Context gefolgerte Erklärung richtig ist, hinaus, ohne sich mit der dortigen Ausdruoksweise zu berühren. Dagegen erinnert -i] äpx"^ xTÍaeu)? to5 ¦9'soö 3 14 je nach der Erklärung des genetivischen Ausdrucks an Kol 1 is oder 15. Aber eine Htera-rische Beziehung kann dies, wenn einmal dieser Terminus in die urchristl. Sprache eingeführt war, um so weniger beweisen, als sich sonst keinerlei Anklänge in Ausdrücken finden, was doppelt schwer wiegt, da die Darstellung der Zustände in den Gemeinden am Lyons Apk 3 u—22 und Kol sachlich sich nahe berührt. Aehnlich liegt das Verhältniss zu Past. Verwandte Gedanken und Vorstellungen, so die Beziehung der Erscheinung Christi auf die ün-sichtbarkeit Gottes Kol 115 und I Tim 6 14—is 117, oder die Bezeichnung des Reichs als Reich Christi Kol 113 und II Tim 41 is, sowie verwandte Beurtheüung verwandter Erscheinungen im Kreise der Briefempfänger, man vergleiche svroXal ?vfl-pcúitouv Tit 110 is S-.SaoxaXíai I Tim 41, Tit 111 mit Kol 2 22, (ppevaitáx-í] Tit 110 mit Kol 2 e, !látaio? Tit 3 9, v.svocp(uvia I Tim 6 20, II Tim 2 16 mit Kol 2 8, stellen auch hier eine Bekanntschaft des Vf. der Past. mit Kol mindestens ^nicht sicher. Eigenartig zeigt sich das Verhältniss von J o h zu unserem Brief, sofern gerade an die in ihm hervortretenden christologischen Ausführungen diejenigen des Joh sich anlehnen, wobei freihch nicht immer zu entscheiden ist, ob Joh dabei nicht vielmehr unter Einfluss von Hbr als von Kol steht. Kol 115 hat nach unserer Deutung mit Joh 6 46 14 9 immittelbar nichts zu thun; aber letzteres erscheint wie eine Rücktragung des Kol 115 von dem Verklärten Ausgesagten auf den irdischen Christus, wobei jedoch Hbr 13 noch näher liegt. Auch Joh 1 3 kann so gut von Hbr 1 2 wie von Kol 1 le beeinflusst sein. jtpioTÓroxo? Tcáa-qz v.tíosu)? Kol 116 erklärt Joh 1 IS 27 30. Die Vorstellung vom 7i:X-i]pu)[j.a Gottes in Christus Kol 119 2 9 ist auch Joh 1 ig vorausgesetzt, rá uvio findet sich nur Kol 3 if. und Joh 8 23, und die EÍp-íivf! toó Xo5 Kol 3 15 erscheint Joh 14 27 als-slp-qv-i] ij e|j.7!. Ganz anders und einzigartig dagegen verhält es sich mit E p h. Zwischen Kol und Eph besteht eine nahe Verwandtschaft, die ohne literarische Beziehung kaum erklärbar ist. Doch soh das in dieser engen Verwandtschaft hegende literar-geschichtUche Problem bei der Behandlung von Eph allseitig erwogen werden. Und da dessen Erklärung an allen Stellen seine Abhängigkeit von Kol ergeben wird, sollen zur Erklärung unseres Briefs die Parallelen von Eph grundsätzhch nicht in Anspruch genommen werden. "Während Reminiscenzen an Phl bei den beiden römischen Patres ap. Ol. Rom., Herm. einwirken, findet sich von Kol keine sichere Spur. Denn die christologische Notk Herrn. Sim. IK 12 2 ó uí6; xoü fteoo jiáa-fj? tí!(; y.tiaEUji; aüToS icpoY^véntepó? eoTiv ist sachlich mit Kol 1 15 verwandt, beweist aber nur, ebenso wie die Bedeutung Christi für das Heil der Engel ib. v. 6, dass die durch Kol bezeugten Lehrgedanken sich erhalten haben. Das Auffallende dieser Thatsache, die von der mehrfachen Benützung des Epheserbriefs (s. Eml. I) stark absticht, würde sich bei Voraussetzung der Aechtheit des Briefs am einfachsten erklären, wenn derselbe nicht in Rom, sondern in Cäsarea verfasst wäre. Doch auch im ersteren Fall ist es begreiSich bei seiner Kürze. In D i d., die überhaupt apost. Schriften nirgends deuthch ver-werthet, findet sich kein Anklang. Dagegen lässt sich wohl Barn. 12 7 nur als Reminiscenz aus Kol 116 betrachten. Bei Ign. und Polyc., wo die paul. Literatur stark einwirkt, ist vielleicht éSpaXoi x-g nioxet Eph 10 3, Polyc. cp 10 1, die Eintheilung ópatol nai áópaToi in Verbindung mit xä ejtoupávta Smyrn. 6 1, die Begriffsverbindnng von ipiXapf upia und elSiuXoXaxpEÍa Handcommentar zum NT. HI. 1. 1