Bővebb ismertető
Es sei mir gestattet, zuvor noch einige Erklärungen zum Verständnis der wissen-schafdichen Zielsetzung unserer Forschungsreise zu geben. Selbst auf die Gefahr hin, langweilig zu wirken, halteich es doch für richtig, dem Leser einmal vor Augen zu führen, warum wir eigendich nach Tibet gingen und was wir dort wollten.
Zu diesem Zwecke möchte ich in groben Zügen einen kurzen Überblick über den Entwicklungsgang der Auslandsforschung vorausschicken.
Nach Beendigung des für die gesamte Weltordnung so wichtigen Zeitalters der Entdeckungen gingen Vertreter der einzelnen Nationen an die Erforschung der großen Räume innerhalb der Kontinente und schließlich an die Tilgung der letzten „weißen Flecke" auf der Erdkarte. Diese Ziele sind in fast allen Erdteilen schon zu einem befriedigenden Abschluß gelangt. Nur in gewissen Teilen Südamerikas und Innerasiens ergeben sich noch immer wahrhaft ungeahnte Perspektiven für pionierhafte Forschungen. Diese Tatsache findet in der Ungangbarkeit und Abgeschlossenheit dieser ungeheuren Ländermassen ihre Begründung. Auf die geographische Erschließung folgte dann die meist spezialisierte, einzelnen Wissensoder Wirtschaftszweigen dienende Durchforschung bestimmter Landgebiete, die der wirtschaftlichen Ausbeutung und der Deutung wissenschaftlicher Probleme diente. Was die Naturwissenschaften betrifft, so tobte im 19. Jahrhundert der Kampf um die Abstammungstheorie aller organischen Wesen, der Pflanzen, der Tiere und des Menschen. Das Interesse an der Entstehung, Neubildung und Umbildung der Lebewesen rückte mehr und mehr in das Spürlicht wissenschaftlichen Tatendranges. Es fehlten damals noch die feineren Erkenntnisse der Zellenkunde, der Vererbung und vieler anderer Grundwissenschaften, die für das Verständnis der Entstehungs- und Abstammungsvorgänge von größter Wichtigkeit sind, so daß die mannigfaltigen Probleme noch keine eindeutigen Lösungen zuließen. Die exakten Naturwissenschaften hatten sich noch nicht zu großen, selbständigen Wissensgebieten emporgeschwungen, um mit unantastbarer Folgerichtigkeit die Gesetze des Lebensrätsels zu umreißen, wie dies gerade in den letzten Jahrzehnten mit größtem Erfolge geschah. Heute erst, da die großen Meister der Vererbungsforschung schon größtenteils nicht mehr unter den Lebenden weilen, ist es gerade bei der biologischen Auslandsforschung besonders