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EINLEITUNG
Schiller, der grofie Klassiker unserer Nationalliteratur, ist uns hauptsáchlich durch seine Dramen bekannt. Aber auch von seiner Lyrik ist vieles in das kulturelle Bewufit-sein unseres Volkes eingedrungen. Nur sind seine Verse im allgemeinen nicht so leicht und ohne weiteres zu-gánglich wie etwa diejenigen Goethes. Die Ursache liegt darin, dafí sich Schiller — was der realistische Goethe nicht tat — in seiner spáteren Schaííensepoche einer ganz bestimmten philosophischen Richtung verschrieben hatte und seine Dichtungen háufig mit philosophischen Gedan-ken durchsetzte oder sie sogar völlig zur Entwicklung seiner philosophischen ídeen benutzte, die nur aus der be-sonderen Zeitsituation heraus, in der Schiller lebte, ver-standen werden können, wenn sie nicht mifigedeutet wer-den sollen. Zum richtigen Verstándnis Schillers und zur gerechten Einschátzung seiner grófién Leistungen für die nationale deutsche Kultur ist es auch wichtig, seine per-sönliche Bewufitseinsentwicklung zu verfolgen. Deshalb sind die Gedichte in vorliegendem Bándchen im grófién und ganzen nach den Jahren ihrer Entstehung oder Ver-öffentlichung geordnet, soweit nicht in Einzelfallen aus-schliefilich inhaltliche Verwandtschaft ein enges Zusammen-rücken nahelegte.
Manches von den revolutionáren und satirischen Jugend-gedichten mag dem Leser noch nie begegnet sein. Man hat diese Strophen in den bisherigen Auswahlsammlungen nur
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