Bővebb ismertető
Als ich mich vor etwa fünfzehn Jahren an die ersten Skizzen zu diesem Buch machte, überfielen mich immer wieder Zweifel; Lohnt diese Mühe überhaupt? Wäre es nicht viel besser, einfach einen Film nach dem anderen abzudrehen und dabei, sozusagen nebenher, die auftauchenden theoretischen Probleme für mich selbst in der Praxis zu lösen?
Nun aber kam es in meiner Arbeitsbiographie viele Jahre hindurch immer wieder zu quälend langen Pausen zwischen den einzelnen Filmen. Und so hatte ich genügend Muße, über das Ziel nachzudenken, das ich in meinem Schaffen verfolge, über das, was die Filmkunst von anderen Kunstarten unterscheidet, worin ich ihre spezifischen Möghchkeiten sehe. Ich hatte Zeit und Gelegenheit, eigene Erfahrungen mit den Erkenntnissen meiner Kollegen zu vergleichen. Ich las zahlreiche filmtheoretische Arbeiten und fand sie wenig befriedigend; ja im Gegenteil, diese Lektüre weckte in mir den Wunsch zum Widerspruch, zur Verteidigung meiner eigenen Auffassung von den Aufgaben, Zielen und Problemen der Filmkunst. Je mehr mir die Prinzipien meiner Arbeit bewußt wurden, um so entschiedener setzte ich mich von den mir bekannten Filmtheorien ab; gleichzeitig wurde in mir das Verlangen immer stärker, meine Sicht jener grundlegenden künstlerischen Gesetze darzulegen, denen ich mich für mein ganzes Leben verpflichtet fiihle.
Immer häufigere Begegnungen mit dem Publikum meiner Filme machten mir zudem die Notwendigkeit deutlich, mich einmal so eingehend wie nur möghch über meine Berufsauffassung und Arbeitsweise zu äußern. Der beharrliche Wunsch der Zuschauer, das fdmische Erlebnis, das ihnen meine Arbeit vermittelte, zu begreifen und Antwort auf ihre zahllosen Fragen zu finden, veranlaßten mich, meine widersprüchlichen und ungeordneten Gedanken über den Film und über die Kunst schlechthin auf einen Nenner zu bringen.
Ich muß bekennen, daß mich die Zuschauerpost, die ich in den Jahren meiner Arbeit erhielt und stets mit großer Aufmerksamkeit und großem Interesse las, zuweilen verärgerte. Oft aber war sie eine ganz außerordenthche Quelle der Inspiration, und auf jeden Fall bildete sie ein überaus anregendes Paket von Fragen und Gedanken unterschiedlichster Art.
Um die Art der - zuweilen auch von absolutem Mißverständnis bestimmten - Beziehungen zwischen mir und meinem Pu-
Einleitung