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I
Als die kleine Christine in der alten Dorfkirche ihren Namen erhielt, war es Ostern. Die ganze Nacht hatte es ununterbrochen geschneit. Nun sah das ganze Bergland nicht viel anders aus als zu Weihnachten.
Weiße Ostern - auch die Erwachsenen rieben sich das Kinn und die kalten Hände. Sie blickten nachdenklich auf ihre warmen Schuhe und dachten an ihre knappen Kohlen- und Holzvorräte. Je länger der Winter dauerte, um so sparsamer mußten sie wirtschaften. Auch Christines Mutter seufzte, wenn sie daran dachte, wie sehr der Holzstapel an der Innenwand des Schuppens neben dem Kaninchenstall, im Sommer fleißig aufgeschichtet, abgenommen hatte. In dieser schweren Zeit konnte niemand einfach zum Händler gehen und neue Heizung einkaufen, selbst wenn er das Geld dazu gehabt hätte. Es war Krieg, und keiner wußte, wie alles noch kommen würde.
Die Natur kümmerte es nicht, daß die Menschen Krieg führten. Die Bäume blühten, die Felder reiften, die Ähren wurden in die Scheunen eingefahren, und der Herbstwind trieb die Mühlen mit dem goldenen Korn. Trotzdem klagten die Leute, daß der Frühling zu spät gekommen und der Sommer zu kurz gewesen sei. Unvermittelt waren die Nachtfröste da, und die