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Vorwort
Zu den vielen Franziskusbüchern noch eines mehr! Jene, die im Franziskus-Jahr 1982 in den verschiedenen Sprachen herauskamen, gehen wohl an die hundert. Dieser Mann Franziskus fasziniert immer noch, immer neu, und er kann nie voll ausgeschöpft werden. Jeder Autor hofft, gewisse neue Einsichten zu gewinnen, gewisse neue Aspekte im Leben des Heiligen zu entwickeln, mit neuen Gründen zu seiner Bewunderung und Gefolgschaft aufzurufen.
Wir glauben, nicht einer Illusion zu verfallen, wenn wir behaupten, daß dieses Buch wirklich etwas Neues zu Tage fördert. Bis jetzt standen alle Franziskusbücher im Rahmen der westlichen Geschichte und Gegenwart. Dieses Buch nun kann für sich beanspruchen, erstmals auf systematische und umfassende Weise Franziskus im Bück auf die Jungen Kirchen der Dritten Welt ins Auge zu fassen. Das will nicht sagen, daß die Autoren eine neue Intuition über Franziskus gehabt hätten. Wohl aber haben sie von der neuen Situation Kenntnis genommen, die sich seit Jahren unmerklich in der franziskanischen Welt gebildet hat. Während Jahrhunderten nämlich war der franziskanische Orden ein Orden der westhchen Welt mit Missionaren in den andern Kontinenten. Jetzt ist er plötzhch ein Orden der sechs Kontinente geworden. Die Präsenz der vier männlichen franziskanischen Familien legt das klar zur Schau (die franziskanischen Schwesterngemeinschaften könnten noch höhere Zahlen vorlegen): Afrika zählt gegenwärtig i 412 Franziskaner, davon sind 466 Afrikaner; von den 2 747 in Asien und Ozeanien tätigen Franziskanern sind i 818 Asiaten; und von den 6005 Franziskanern, die in Lateinamerika arbeiten, stammen 4231 von diesem Kontinent selbst.
Franziskus, der Heilige von Assisi, der Liebling des christlichen Abendlandes, erhält also plötzlich eine neue Dimension: Er wird ein Heiliger der sechs Kontinente, er überschreitet die Grenzen der westlichen Welt und wandert durch die Länder der jungen Nationen und Kirchen, wo sich für seinen Orden eine neue Zukunft abzeichnet. Der Auftrag, den er bei der Suche nach seinem Lebensweg erhielt: »Geh und baue mein Haus auf!«, wurde in einem ersten Schritt an der zerfallenen Kirche von San Damiano in die Tat umgesetzt, in einem